Übliche Behandlungsoptionen sind oft unzureichend

Überaktive Blase

Da der ständige Harndrang nicht mit körperlichen Veränderungen einhergeht und auch keine Bakterien im Harn nachgewiesen werden können, muss der Arzt anhand einer Ausschlussdiagnose vorgehen. Eine wertvolle Grundlage dafür sind Miktionstagebücher, in denen Betroffene über mehrere Tage notieren, wie viel sie trinken, die Häufigkeit ihrer Toilettengänge, die Zeitabstände dazwischen etc. Daraus ergeben sich wichtige Werte für ein Blasen- und Toilettentraining. Im Zuge der Diagnose müssen Patienten Fragebögen zu Trinkverhalten, Art und Dauer der Beschwerden, möglichen anderen Beschwerden und Begleiterkrankungen oder zurückliegenden Operationen beantworten. Danach wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt, um Harnwegsinfekte und andere Erkrankungen auszuschließen.

Folgende Therapieverfahren können angewendet werden:

  • Blasen- und Toilettentraining
    Der/Die Betroffene versucht die Zeit zwischen den Toilettengängen zu verlängern, um somit wieder mehr Kontrolle zu erlangen.
  • Physiotherapie
    Hier kann ein spezielles Beckenbodentraining durchgeführt werden, um den Blasenmuskel zu trainieren. Wichtig dabei ist, dass die Übungen regelmäßig gemacht werden.
  • Biofeedback
    Kann bei Drangbeschwerden oder Inkontinenz helfen, den Beckenboden besser wahrzunehmen oder anzuspannen.
  • Medikamente
    Mit Hilfe spezieller Wirkstoffe kann die Kontraktion der Blasenmuskulatur abgeschwächt werden. Auftretende Nebenwirkungen und Kontraindikationen haben oft eine schlechte Compliance zur Folge. Über 70% der Benutzer setzen die Medikation innerhalb eines Jahres selbst ab.  
  • Blaseninstillation
    Um die Schleimhaut zu beruhigen, werden Medikamente in die Blase eingebracht.
  • Botox-Injektionen in der Blasenwand
    Um die Muskeln der Blase zu schwächen, wird manchmal das Nervengift Botox in die Wand der Blase eingespritzt. Viele Betroffene lehnen diese Behandlungsoption aufgrund möglicher Folgen (Katheterisierung der Harnblase) ab.
  • Operatives Einsetzen eines Neurostimulators
    Dabei werden durch an den Nervenwurzeln angebrachten Elektroden Stromimpulse abgegeben, was durch einen eingesetzten Generator passiert. Dadurch wird die Blase angeregt. Die Batterie ist rund 2 Jahre wirksam.
  • Operation
    Sollte keine der genannten Therapiemethoden anschlagen, kann die Blase chirurgisch ersetzt oder erweitert werden.
  • FemPulse – Neuromodulation als die Behandlung der Zukunft
    In klinischen Studien wird das tragbare FemPulse-Neuromodulationsgerät als sicher und komfortabel bei der Therapie der ÜAB beurteilt. Das Medizin-Produkt muss nicht implantiert werden und wird von den Patientinnen selbstbestimmt eingesetzt bzw. gesteuert.